Historische Reaktionsfähre ohne Motor – allein von der Donauströmung angetrieben
Die Rollfähre Spitz–Arnsdorf verbindet Spitz an der Donau (linkes Ufer, Bezirk Krems) mit Arnsdorf auf der Südseite (rechtes Ufer, Gemeinde Mühldorf, Bezirk Melk). Das Besondere: Die Fähre braucht keinen Motor. Ein schräg gestelltes Ruder lenkt die Kraft der Donauströmung in seitlichen Vortrieb – Physik pur. Das Seil hält die Fähre auf Kurs. Diese Technik ist seit dem Mittelalter unverändert. Heute ist die Rollfähre ein unverzichtbares Bindeglied des Donauradwegs (EuroVelo 6) und ermöglicht die klassische Wachau-Runde per Rad – von Krems über das linke Ufer bis Melk, zurück über das rechte Ufer.
Eine Rollfähre (Gierseilfähre, Reaktionsfähre) ist eine der ältesten Fährtechniken der Welt. Sie verwendet keine Motorkraft – stattdessen nutzt sie die Energie der Flussströmung selbst. Ein schräg zur Strömung gestelltes Ruder erzeugt eine Querkraft, die das Schiff ans andere Ufer treibt. Ein gespanntes Seil (Giersei) verhindert das Abtreiben. In der Wachau gibt es noch vier dieser historischen Fähren.
Das schräg gestellte Steuerruder lenkt die Donauströmung in seitliche Schubkraft. Je schneller die Strömung, desto schneller die Überfahrt. Kein Diesel, kein Elektromotor.
Ein starkes Stahlseil spannt sich quer über die Donau und ist am Fährkörper über eine Laufrolle befestigt. Die Fähre „rollt" entlang des Seils – daher der Name Rollfähre.
Rollfähren sind seit dem frühen Mittelalter belegt. In Österreich sind noch ca. 10 Rollfähren in Betrieb – die meisten in Niederösterreich und der Steiermark. Die Wachau beherbergt davon vier.
PKW (bis ca. 4 gleichzeitig), Motorräder, Fahrräder und Fußgänger. Wohnmobile und LKW meist nicht möglich – Gewichts- und Längenbeschränkungen je nach Fähre.
Saison März bis Oktober · gültig ab 1. März 2026
| Tag | Betrieb von | Betrieb bis |
|---|---|---|
| Montag–Freitag | 06:15 | 19:00 |
| Samstag | 08:15 | 19:30 |
| Sonntag & Feiertage | 08:15 | 19:30 |
Kein Betrieb bei folgenden Bedingungen
| Ursache | Details |
|---|---|
| Hochwasser | Bei erhöhtem Donau-Pegel (Grenzwert variiert) |
| Eisgang | Bei Treibeis auf der Donau |
| Sturm / Sturm | Bei Windstärke > 6 Beaufort |
| Winterpause | November bis März (ca.) |
| Wartung | Kurze Unterbrechungen möglich |
Einmalige Überfahrt (einfach) · Barzahlung direkt beim Fährmann
| Fahrzeug / Person | Tarif 2026 | Hinweis |
|---|---|---|
| Fußgänger / Erwachsener | € 3,10 | Kinder unter 6 J. gratis |
| Fahrrad (inkl. Fahrer) | € 4,70 | E-Bike gleicher Tarif |
| Motorrad (inkl. Fahrer) | € 4,70 | – |
| PKW (inkl. Fahrer) | € 7,20 | Beifahrer extra |
| Hund | € 1,00 | An Leine |
Gestrichelte Linie = Fährstrecke Spitz–Arnsdorf (~300 m). Klicke auf die Marker für Details.
Die ÖBB Wachaubahn (Krems–Emmersdorf) hält direkt in Spitz an der Donau. Vom Bahnhof zur Fähranlegestelle sind es ca. 800 m (10 Min. zu Fuß).
Von Krems über die B3 (Donaustraße) westwärts ca. 30 km bis Spitz. Parkmöglichkeiten am Ortsrand von Spitz. GPS-Ziel: Fähranlegestelle Spitz, 3620 Spitz an der Donau.
Von Melk über die B33 nordwärts Richtung Aggsbach, dann über Mühldorf nach Arnsdorf (L7077). Alternativ von Emmersdorf über Mühldorf.
Die Fähre liegt direkt am Donauradweg (EuroVelo 6). Von Krems auf dem linken Ufer bis Spitz, dann per Fähre auf die rechte Seite und zurück nach Melk oder Wien.
Die Rollfähre Spitz–Arnsdorf ist ein fixer Bestandteil des Donauradwegs EuroVelo 6 – der beliebtesten Fahrradroute Österreichs. Wer die Wachau-Runde in einem Tag abfährt, nutzt die Fähre zum Wechsel auf das gegenüberliegende Ufer. Klassische Tagesetappe: Krems (linkes Ufer) → Spitz → Fähre → Arnsdorf → Aggsbach Dorf → Melk (30–35 km).
Tagesetappe ca. 60 km · Schwierigkeit: leicht · Höhenunterschied: minimal
| Abschnitt | Ufer | Highlights |
|---|---|---|
| Krems → Dürnstein → Weißenkirchen → Spitz | Linkes Ufer (B3 / Radweg) | Burgruine Dürnstein, Stiftskirche, Weinberge |
| Rollfähre Spitz → Arnsdorf | Donauquerung ~5 Min. | Historische Reaktionsfähre |
| Arnsdorf → Aggsbach Dorf → Aggsbach Markt | Rechtes Ufer (ruhige Nebenstraße) | Aggsbach Kartause (Ruine), stilles Ufer |
| Schönbühel → Melk | Rechtes Ufer | Schloss Schönbühel, Stift Melk als Finale |
| Melk → Krems | Rückreise per ÖBB oder DDSG | Bahn ~1h / Schiff ~2,5h |